Wie vor 80 Jahren

In diesem Jahr wieder kein Osterfeuer.

Osterlaternen werden in die Kirche gebracht.
Osterfeuer werden Corona bedingt von der
Landesregierung untersagt.

 

In der Zeit des zweiten Weltkrieges gab es vom 1940 bis
1945, also sechs Jahre keine Osterfeuer.
Das in unserem Pootenarchiv verwahrte alte Protokollbuch
gibt Auskunft über diese Leidenszeit.
In kleinster Handschrift steht im Protokollbuch auf der
Seite 29 wie es damals war.

Protokoll über die am 23.3.41 im Hotel Rauch

vorschriftlich auf 6 Uhr einberufene Generalversammlung.

1.Verschiedenes
2. Rechnungslage 1940

Zu  1.

Am 1. März trifft beiliegendes Schreiben vom Reg.
Präsident in Arnsberg ein.
Die Straßensammlung für das Osterfeuer wird für dieses
Jahr nicht genehmigt, es darf also eine Sammlung nicht
stattfinden. Am 1. März erhalten die Poskebrüder
folgendes Schreiben:

Der Bürgermeister hat keine Bedenken wegen des
Abbrennens der Osterfeuer in diesem Jahr, wenn die
Verdunkelungsvorschriften dadurch nicht verletzt werden.
Auf diese Mitteilung hin wurde, wie in den früheren Jahren,
trotz Sammelverbots, alles für die Errichtung der
Osterfeuer in die Wege geleitet, wodurch natürlich große
Ausgaben entstanden.
Am 21.März 40, am Gründonnerstag, lief dann beiliegendes
Schreiben ein:

„Durch Verfügung des Herrn Oberpräsidenten von
Westfalen vom 9.3.40 sind für dieses Jahr für die Provinz
Westfalen die Osterfeuer verboten.
Alles bis jetzt für die Herrichtung des Osterfeuers
geleistete war nun vergebens.
In einer Besprechung des Vorstandes des
Osterfeuervereins e. V. Attendorn am 22.3.Karfreitag um
7 ½ Uhr in der Wohnung des ersten Vorsitzenden wurde
diese Verfügung zur Kenntnis genommen. In dieser
Versammlung wurde auch beschlossen, von einer
Aufrichtung von Osterkreuzen auf den einzelnen Köppen,
auch ohne Umschichtung von Holz, was vorgeschlagen
wurde, ab zu sehen.
Ferner wurde in dieser Versammlung ein vor wenigen
Stunden erst von der hiesigen Polizeiverwaltung noch
herausgebrachten und der Versammlung vorliegenden
Schreiben verlesen, laut welchem alles Holz und Stroh,
überhaupt alles was an brennbaren Sachen bereits auf den
Köppen angesammelt, von den Köppen, bzw. Plätzen, wo
das Osterfeuer Ostersonntags abgebrannt wird, noch vor
Ostern, also sofort, zu entfernen sei.
Die einzelnen Poskevätern sind dieser Verfügung
nachgekommen, wir haben das auf dem Koppe bereits
gelagerte Holz an das Eichener Walzwerk verkauft.

Am Ende des Protokolls vom 10.3.1946 sind die
Ostertage 41 bis 45 vermerkt.

In den Jahren 41 – 42 – 43 – 44 – 45 keine Osterfeuer.
1941 ziehen die Gläubigen unter Vorantragen der
Osterlaternen von den 4 Toren aus, ohne Geistlichen zur
Pfarrkirche.
1942 – 43 – 44 keine Prozession, Osterlaternen werden zur
abendlichen Osterfeier in die Pfarrkirche gebracht.
1945 keine Prozession und keine abendliche Osterfeier.
Am Aschermittwoch 28.3.1945 (das stimmt so nicht: der
28.3 war Mittwoch vor Ostern, Anmerkung der Red.) erhielt
beim Bombardement unserer Stadt gegen 11.00Uhr der
Kirchturm unserer Pfarrkirche einen schweren Treffer
undam Nachmittag diesen Tages zwischen 17 und 18 Uhr
brannte der Dachstuhl des Turmes und der Kirche total
nieder.

In diesem Jahr finden wieder keine Osterfeuer statt.